Der Viertplatzierte der Deutschen Junioren Kartmeisterschaft 2004, Jens
Klingmann, blickt auf eine durchwachsene Kartsaison zurück. Erfolg und
Niederlage wechselten sich im Verlaufe des Jahres ab. Nun verdichteten sich
Gerüchte über einen möglichen Wechsel in den Formelsport.
Frage: “Jens, die Kartsport-Saison ist jetzt vorbei. Zeit ein kleines
Resumee zu ziehen. Wie verlief die Saison für Dich?” Jens: “Ich
hatte viel Pech und wenig Glück. In Deutschland fing die Saison in Oschersleben
schon an mit Plattfuß und Crach. Ich hatte ein Paar Probleme mit dem
Zurückumstieg von CRG auf Tony. Es war sicher die falsche Entscheidung von Tony
auf CRG zu wechseln, denn ich kam mit dem Chassis einfach nicht zurecht. Ich
hatte das schon beim ersten Test in Parma am Anfang des Jahres gemerkt, dachte
aber dass ich mich an das Chassis gewöhnen würde. Wir haben dadurch viel Zeit
verloren. Außerdem mit einem TonyKart in einem CRG Team zu fahren, ist
sicherlich nicht einfach, denn wenn ein Tony Fahrer aus eine CRG Team gewinnt,
dann ist das etwas seltsam und ich glaube, dass es dem Michael Zinner nicht
immer gefallen hat, wenn ich mit meinem Tony vor senien CRG Piloten stand. Über
den Sieg in Wackersdorf habe ich mich natürlich gefreut und war sehr glücklich
darüber auch wenn es danach Streitereien mit meinen Teamkollegen gab. Es war
eine Art Bestätigung für mich. Sozusagen: «Schau Jens, du kannst es noch immer.
Du gehörst noch immer zu den Besten.» In Liedolsheim habe ich dann mal wieder
Pech gehabt. Ich war zwar der schnellste aber Herr Sportkommissar Sudau wollte
mich wie auch im Vorjahr wieder einbremsen und gab mir wegen eines harmlosen
Remplers mal wieder eine Disqualifikation. Dass mich mein Kontrahent aber zuvor
bei Gelbphase überholt hatte, hat keinen mehr interessiert. Schließlich der
Saisonabschluss in Kerpen. Mit meinem 3. Platz bin ich sehr zufrieden, denn es
war einfach nicht mehr drin. In Italien fuhr ich die ersten zwei Rennen noch
mit CRG und kam überhaupt nicht zurecht. Man muss sich auch erst an die
Verhältnisse in Italien gewöhnen, denn in Italien ist die Weltelite am Start und
es wird viel viel härter gefahren als in Deutschland. Zurück auf Tonykart
steigerte ich mich von Rennen zu Rennen und war am Ende sehr zufrieden. In jedem
Fall habe ich in Italien unheimlich viel dazugelernt und trotz allem hat es sehr
viel Spaß gemacht.
Frage: “Kürzlich hast Du Deinen ersten Test in einem Formel hinter
Dir. Wie kam es dazu?” Jens: “Ich habe schon seit Jahren das Ziel
vor Augen in einem Formelauto zu sitzen. Nach acht Jahren Kartsport wollte ich
einfach mal sehen wie es sich in einem Formelauto fährt. Ich brauche eine neue
Herausforderung.”
Frage: “War es eine große Umstellung für Dich? Wo liegen die
Unterschiede zum Kartfahren?” Jens: “Der Hauptunterschied zwischen
Kart und Formel ist natürlich die viel höhere Geschwindigkeit und das Schalten.
Man muss sich erst an das Kuppeln und ans Zwischengasgeben gewöhnen. Auch die
Sicht auf die Stecke ist im Verhältnis zum Kart sehr eingeschränkt.”
Frage: “Jetzt verdichten sich Gerüchte, dass Du mit dem Kartfahren
aufhörst und schon 2005 in den Formelsport wechselsn wirst. Ist an den Gerüchten
was dran?” Jens: “An den Gerüchten ist etwas dran. Ich möchte das
Geld zum Kartfahren sparen und stattdessen einige Formel-Testtage bestreiten.
Wegen meines Alters kann ich jedoch erst 2006 an der Meisterschaft teilnehmen.
Darauf bereite ich mich im kommenden Jahr vor. Mein Erlebnis in Liedolsheim hat
sicher auch zu diesem Entschluss beigetragen.”
Frage: “In welcher Formelklasse möchtest Du antreten und
warum?” Jens: “Ich werde voraussichtlich alle Tests in der Formel
BMW Klasse fahren. Ich denke dies ist die interessanteste Einsteigerklasse in
den Formelsport. Sie fährt im Rahmenprogramm der DTM und sogar der Formel 1 und
somit sind die Tribünen immer voll. Dies ist wichtig für die Sponsoren. Das Auto
gefällt mir persönlich aber auch am besten.”
Frage: “Laufen schon Verhandlungen mit Teams?” Jens: “Ja,
es gibt schon Gespräche mit verschiedenen Teams aber dazu möchte ich noch nichts
Konkretes sagen.”
Frage: “Wirst Du dieses Jahr noch testen?” Jens: “Ich
habe dieses Jahr noch zwei Testtage auf dem Lausitzring eingeplant aber
ansonsten habe ich Winterpause. Die Wintermonate werde ich nutzen, um meine
körperliche Fitness weiter zu verbessern. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich
bei meinen Sponsoren für ihre Unterstützung bedanken und ich hoffe, dass sie
mich auch in Zukunft auf meinem Weg begleiten und unterstützen werden. Auch
meinem Vater und meiner Mutter bin ich zu sehr viel Dank verpflichtet. Ich danke
ihnen für ihre Unterstützung in Guten wie in schlechten Zeiten.”
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